Berliner

Keimling
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Aug 23, 2020
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Hallo Ihr Lieben,

Unser Japanischer Fächerahorn, ca. 2,5 Meter, macht mir derzeit Sorgen. Gepflanzt vor über 10 Jahren hat er sich an seinem Standort bisher eigentlich ganz gut gemacht, aber jetzt sind sämtliche Blätter am Rand grau bzw bis zur Hälfte grau verfärbt, und zwar ausnahmslos von Krone bis ganz unten. Fotos im Anhang (s. Foto 2, 4 & 6). Einige kleinere inneren Äste sind ganz kahl und tot (s. Foto 5). Woran könnte es liegen?

Möglichkeit 1: Sonnenbrand
Eigentlich steht der Fächerahorn im Schatten der Smaragthuja - aber wie man auf den Fotos sehen kann, steht um 12 Uhr mittags die Sonne hoch genug (und ist der Baum mittlerweile groß genug), um direkt auf die Krone zu scheinen (s. erste beiden Fotos, 11.45am), und ab ca. 15 Uhr erreicht steht die Nachmittagssonne prall auf das gute Stück (letzten beiden Fotos, 15.30). Da die letzten Wochen ziemlich viele Tage mit einer Bullenhitze hatten; und alle Blätter betroffen sind, könnte es sich um einen Sonnenschaden handeln. Allerdings ist mir in den letzten beiden Jahren - die noch trockener und z.T. heißer waren, ähnliche Blattschäden nicht aufgefallen (allerdings habe ich letztes Jahr auch nicht soviel Zeit im Garten verbringen können...)
Falls es sich um einen Sonnenschaden handeln sollte, gibt es irgendwas, um Abhilfe zu schaffen?

Möglichkeit 2: Staunässe / verdichteter Boden
Seit diesem Jahr ist im Garten eine Rasenbewässerungsanlage hinzugekommen, die auch den Ahorn (in der Nacht) mit unter "Beschuss" nimmt. Wie auf den Fotos z.T. zu sehen (Foto 3 & 7), ist der Boden/der Rindenmulch noch mittags gut feucht (allerdings hat es gestern auch geschüttet wie sonst was). Kann es sein, dass - trotz der Hitze der vergangenen Woche - der Baum in letzter Zeit zu viel Wasser bekommen hat?

Möglichkeit 3: Welke
Da alle Blätter, und nicht einzelne (oder mehrere) Äste betroffen sind, glaube ich es eigentlich nicht. Aber ich kenne mich da nicht aus. Ich hoffe es nicht - umsetzen wäre nämlich bei der Größe keine besonders praktikable Option... :-(

Was meint Ihr? Wäre für jeden Rat wirklich dankbar!

Mit lieben Grüßen,
Berliner

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Berliner

Keimling
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Aug 23, 2020
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Oh je :22x22-emoji-u1f631: - auf die Möglichkeit war ich noch gar nicht gekommen. Aber zwei Grundstücke weiter steht eine große Kastanie, die jedes Jahr wieder von Miniermotten malträtiert wird. Und unter den Thujas hatten wir letzten Herbst als Winterschutz eine ganze Menge Laub liegen lassen... So was.
Gibt es da irgendetwas, was man jetzt machen kann? Macht jetzt noch Brennesseljauche Sinn, oder sollte man die erst ab dem nächsten Frühjahr einsetzen?
 

Stachelbär

Gartenguru
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Hi Berliner
Es sieht dem Schadbild einer Miniermotte recht ähnlich.
Miniermotten sind hoch spezialisiert. Eine Kastanien-Miniermotte geht nicht an Ahorn und umgekehrt, trotzdem ist es sinnvoll, sämtliches Laub unter befallenen Bäumen zu entsorgen.
Die Ahornmotte (Caloptilia rufipennella) befällt
  • Acer campestre (nicht sicher nachgewiesen)
  • Acer negundo
  • Acer platanoides
  • Acer opulifonium
  • Acer pseudoplatanus
  • Acer saccharinum
Du hast aber einen Acer palmatum japonicum, darum würde ich einen Pilz in Betracht ziehen oder eine physiologische Störung, die zu diesen Blattnekrosen geführt hat.

Ergänzt:
Um Verticillium-Welke auszuschliessen würde ich befallene Zweige abschneiden und die Schnittflächen nach den typischen braun bis gräulichen Ringabschnitten untersuchen.

Unter den, mit Farbe behandelten, Hackschnitzeln ist Bändchengewebe zu sehen.
Das unterdrückt zwar prima den Kräuter-Wildwuchs, behindert aber auch - obwohl Luft und Wasser durchlässig - den Gasaustausch der Feinwurzeln bei Flachwurzelern (Ahorn) da die Maschen immer mehr mit Feinteilen zugesetzt werden.
Diese Kombination begünstigt Mäuseschäden und Verticilium.
 
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Berliner

Keimling
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Danke Euch beiden!

Also zunächst mal: Stachelbär hat natürlich recht: Es ist ein japanischer Zierahorn, kein Fächerahorn.

Ich habe heute mal den Rindenmulch entfernt, und mich an die Beseitigung des Unkrautvlieses gemacht. Tatsächlich war dieses z.T. bis zu 3 Zentimetern unter der Erde, und teilweise ins Wurzelwerk verwachsen. :22x22-emoji-u1f61f:
20200825_183744.jpg Das hat dem Bäumchen sicher nicht gut getan...und ich hoffe jetzt, dass meine Oberflächenbehandlung dem guten Stück nicht den Rest gegeben hat!

Außerdem habe ich - wie von Stachelbär vorgeschlagen - einen der befallenen Äste (Auswahl war ja groß genug :22x22-emoji-u1f62d:!) abgeschnitten, um die Schnittfläche auf die tyischen Anzeichen einer Verticillium-Welke abzusuchen. Ich bin zwar kein Experte - aber meiner Meinung nach gibt es bei dem folgenden Bild kein Anzeichen einer Welke, oder?
20200825_183824.jpg
Ich stelle auch noch mal drei Fotos mit Nahaufnahmen der betroffenen Blätter ein. Was mich wundert - bezüglich der Miniermotten-Vermutung - ist, dass es immer die Blattspitzen bzw -ränder sind, die braun angelaufen sind... Kann das nicht vielleicht doch ein Sonnenbrand sein? Wie würde sich ein Sonenbrand denn von diesem Schadbild unterscheiden?
20200825_183922.jpg20200825_184003.jpg20200825_184105.jpg

Last, but not least: Was sollte ich jetzt an die Stelle des alten Vlieses/Rindenmulches packen, um Unkraut zu vermeiden? Frische Hackschnitzel? Oder gibt es einen besonderen Bodendecker, der sich mit diesem Flachwurzler gut ergänzt?

Vielen Dank für Eure Unterstützung!
 

Pflanzensammler

Gartenguru
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Es gibt im Handel Baumscheiben aus Kokosfaser in diversen Durchmessern. Ich habe diese anstelle von Vlies oder Rindenmulch um den Stamm meiner jungen Obstbäume gelegt und damit mäher gute Erahrung gemacht.
Im Frühjahr erneuere ich die da sie regelmäßig von meinem Rasenmäher gefressen werden!
Rindenmulch oder Vlies mag der aber auch ...
 

Stachelbär

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Hi Berliner,
super, dass Du gleich zur Tat geschritten bist.

Flachwurzler würde ich nur mit einer Mulchschicht aus
  • Ungefärbten Hackschnitzeln
  • Fichten-/TannenRindenmulch
  • PinienrindenMulch abdecken
5 -7 cm dick ist die ideale Schichtdicke um feucht zu halten und Wildkräuter zu unterdrücken - was dann noch durchkommt lässt sich leicht rausziehen.
Bei Ahorn und allle Pflanzen die sauren Boden bevorzugen - Fichten-/TannenRindenmulch. Vorher 100 Gramm / m2 Hornspäne (kein Hornmehl) auf die Fläche ausbringen.

Absolut gesunde Schnittfläche - kein Verticillium

Dass die Blätter vom Rand her eintrocknen spricht auch gegen Miniermotte, eher ein Blattpilz.
Sonnenbrand ist leicht zu erkennen, denn nur die Blattteile, die von der Sonne zu stark beschienen worden sind, werden braun und meist nur die erhabenen Bereiche

 
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Berliner

Keimling
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Aug 23, 2020
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So, ich bin jetzt noch ein weiter auf die Suche gegangen. Wir haben nämlich noch einen Weißbunten Spitzahorn bei uns im Garten, der ein ganz ähnliches Schadbild aufweist. Ebenfalls ab mittags der prallen Sonne ausgesetzt:
AcerPlatanoidesDrummondis_1.jpgAcerPlatanoidesDrummondis_2.jpgAcerPlatanoidesDrummondis_3.jpg
Ein englischer Gärtner, den ich gut kenne und dem ich diese Bilder geschickt habe, weil in dem von ihm betreuten Park auch so ein Baum steht, meinte, es handelt sich um "sun scorch", also Sonnenbrand - sie hätten bei ihrem Exemplar auch so etwas regelmäßig in heißen Spätsommern.

Ich bin daraufhin mit dem Suchbegriff 'sun scorch acer' bei Google Bild auf Suche gegangen, und dabei auf die sehr informative Übersichtsseite des Botanischen Gartens Missouri gestossen, mit einer einer Fülle von Sonnenbrand-Bildern von Ahorn- und anderen Blättern. Ich stelle den Link hier mal rein, weil es vielleicht die eine oder der andere von Euch auch interessant finden wird:


Offensichtlich hat sich im Fall unseres Japanischen Zierahorns auch die neue Bewässerungsanlage ungünstig ausgewirkt: Der Baum hat noch in den frühen Morgenstunden Wasser auf die Blätter bekommen, was in manchen Fällen anscheinend zu einem Brennglaseffekt geführt hat. Da werde ich für nächstes Jahr den Zeitpunkt lieber in den späten Abend anpassen, und sehen, ob das einen Unterschied macht.

Und dann bleibt nur zu hoffen, dass die Krone des benachtbarten Pflaumenbaumes noch so groß wird, dass der Zierahorn am Nachmittag wieder im Schatten steht...
 

Maxi

Gartenguru
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So, ich bin jetzt noch ein weiter auf die Suche gegangen. Wir haben nämlich noch einen Weißbunten Spitzahorn bei uns im Garten, der ein ganz ähnliches Schadbild aufweist. Ebenfalls ab mittags der prallen Sonne ausgesetzt:
Anhang anzeigen 9470Anhang anzeigen 9471Anhang anzeigen 9472
Ein englischer Gärtner, den ich gut kenne und dem ich diese Bilder geschickt habe, weil in dem von ihm betreuten Park auch so ein Baum steht, meinte, es handelt sich um "sun scorch", also Sonnenbrand - sie hätten bei ihrem Exemplar auch so etwas regelmäßig in heißen Spätsommern.

Ich bin daraufhin mit dem Suchbegriff 'sun scorch acer' bei Google Bild auf Suche gegangen, und dabei auf die sehr informative Übersichtsseite des Botanischen Gartens Missouri gestossen, mit einer einer Fülle von Sonnenbrand-Bildern von Ahorn- und anderen Blättern. Ich stelle den Link hier mal rein, weil es vielleicht die eine oder der andere von Euch auch interessant finden wird:


Offensichtlich hat sich im Fall unseres Japanischen Zierahorns auch die neue Bewässerungsanlage ungünstig ausgewirkt: Der Baum hat noch in den frühen Morgenstunden Wasser auf die Blätter bekommen, was in manchen Fällen anscheinend zu einem Brennglaseffekt geführt hat. Da werde ich für nächstes Jahr den Zeitpunkt lieber in den späten Abend anpassen, und sehen, ob das einen Unterschied macht.

Und dann bleibt nur zu hoffen, dass die Krone des benachtbarten Pflaumenbaumes noch so groß wird, dass der Zierahorn am Nachmittag wieder im Schatten steht...
Berliner danke für diese Information, habe mir den Link gleich gespeichert!
Aber mein 1. Gedanke war auch Sonnenbrand, ist in den letzten Jahren oft bei Ahornen aufgetreten..
 

Bayer_joe

Sämling
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Sep 21, 2022
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Hallo Berliner, ich habe ein Fächerahorn mit ähnlichen Erscheinungsbild.
Mich würde interessieren, ob sich dein Baum wieder erholt hat?
 

rosa-vita

Junggärtner
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Dem schönen Münsterland
Hallo zusammen,

Ich habe seit einigen Jahren einen Acer palmatum ' Atropurpureum ', im Topf.
(Fast) jedes Jahr bekommt er im Sommer diese verbrannten Blätter, obwohl der Topf halbschattig steht. Meiner Meinung nach eindeutig Sonnenbrand.
Jedes Jahr Frühjahr schlägt das Bäumchen wieder schön aus.

Beim nächsten Mal Umtopfen möchte ich mal mit Rhododendronerde versuchen, da Acer palmatum ja sauren Boden liebt.
Ich denke, das hilft ihm auch.
 

Stachelbär

Gartenguru
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Okt 23, 2018
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Im Gadde mit Ebbelwoi & Flaschebier
Ich habe seit einigen Jahren einen Acer palmatum ' Atropurpureum ', im Topf.
Der Atropupureum ist noch empfindlicher.
(Fast) jedes Jahr bekommt er im Sommer diese verbrannten Blätter, obwohl der Topf halbschattig steht
Man muss da unterscheiden, beim @Berliner gab es erst Trockenschäden und Sonnenbrand und dann siedelten sich Blattpilze auf den geschwächten Blättern an und verstärkten den Schaden.
Im Halbschatten wird es keinen Sonnenbrand geben, aber durch hohe Temperaturen und fehlendem Niederschlag verdunsten die Acer-palmatum-Blätter schneller Wasser, als die Wurzeln (besonders im Kübel) nachliefern können.
Es folgen Trockenschäden Ahorn Acer palmatum_Trockenschäden_01.jpg Ahorn Acer palmatum_Trockenschäden_02.jpg Ahorn Acer palmatum_Trockenschäden_03.jpg

Rhododendronerde mit 1/3 eingemischtem Seramis ist ein gutes wasserspeicherndes Substrat für Kübel-Acer
 
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