Holz-Schädling im Apfelbaum..

trintignant

Sämling
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Hallo, der Apfelbaum in unserem Mietgarten hat einen leider schon fortgeschrittenen Befall mit einem Holzschädling. Im Bereich der befallenen Stellen ist zusätzlich ein Pilzbefall zu erkennen.

Der Apfelbaum ist leider über Jahre nicht besonders gepflegt und beschnitten worden (Mehrparteienmiethaus mit z. T. "gentrifizierte" Mietwohnungen und eigentlich schönem Garten). Das wird die hauptsächliche Ursache für diese Schäden sein. Es handelt sich um einen ca. 10 hohen Apfelbaum, das Alter kann ich schlecht selbst schätzen. Er müsste aber ca. 20 Jahre alt sein vielleicht.

In ca. 2,5 Metern Höhe hat der Baum seine Hauptgabel und teilt sich in 4 Hauptäste. 2 dieser Äste haben im letzten Sommer zum ersten Mal kein Grün mehr getragen. Diese Äste sind auch am stärksten mit dem Schädling befallen. Am Anfang habe ich das mit den letzten sehr trockenen Sommern in Verbindung gebracht, dann aber leider sehr esrt spät den Schädlingsbefall gesehen.

An den befallenen Stellen sind deutliche Frasgänge unter der Rinde und an der Holzoberfläche zu erkennen. Die Rinde löst sich an diesen Stellen vom Stamm. Teilweise sind deutliche Bohrlöcher im Stamm zu erkennen (ca. 2mm Durchmesser). Bei näherer Untersuchung konnte ich heute einen ca. 5 mm langen grünlich-gold schimmernden länglichen Käfer unter der Rinde entdecken. Leider ist er mir entwischt... Im einem Bohrloch konnte ich noch einen Larvenkokon entdecken (s. Foto).

Leider befinden sich die befallenen Stellen zudem im Bereich der Gabel, also am direkt am Ursprung der langen, noch tragenden Äste. Lediglich 2 Hauptäste scheinen einigermaßen frei von Befall zu sein. Einer davon trug auch im letzten Jahre kaum noch Grün. Von den 2 am Gabelursprung stark befallenen Hauptästen, trug einer im letzten Jahr noch sehr viel Grün, der andere, am stärksten befallene Hauptast überhaupt kein Grün.

Ich neige jetzt dazu in Rücksprache mit dem Vermieter, der sich definitv nicht selbst kümmern würde, radikal zumindest den sehr stark befallenen Hauptast vollständig zu entfernen und verbrennen. Bei dem anderen befallenen Hauptast tue ich mich echt schwer, weil er immer am meisten trug die letzten Jahre.

Meine grundsätzlichen Fragen sind: Wie weit muss ich befallenene Bereiche entfernen bzw. kann ich sie evtl. noch durch andere Maßnahmen retten? Wie versorge ich befallene offene Stellen? Wie versorge ich frische Schnittstellen? Vollständiges Versiegeln mit Wachs ist ja wohl nicht mehr zeitgemäß, da man mittlerweile weiß, dass man den Schädling damit quasi mit im Holz versiegelt?

Selbstgebastelte Holzschädlingsfallen (Wasserrohr mit Lockstoff-Falle = Ethyalkohol und Insektenleim) werde ich bald aufhängen bzw. den Baum damit umbinden. Der Frühling kommt ja bekanntlich mittlerweile sehr flott und meist auch früher als noch vor Jahren... die große chemische Keule kann und möchte ich nicht anwenden. Tips dazu nehme ich gerne entgegen!

Grüsse!
 

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Tea

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Der Baum muss unbedingt bearbeitet werden. Mit dem Vermieter reden. Die befallenen Äste müssen entfernt werden, da sie Brutstätte. Eine bessere Mglichkeit wäre, den Baum ganz zu entfernen und einen neuen zu pflanzen. Dies ist aber Aufgabe des Vermieters. Eine Möglichkeit wäre den Garten zu pachten, damit haben die anderen Mieter aber nicht mehr die Möglichkeit den Garten zu betreten.
Hier ein Link dazu.
 

Stachelbär

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Hallo,
die schwarzen Verfärbungen der Rinde lassen auf verschiedene Ursachen schließen, z. B. Diplodia Rindenbrand oder Obstbaumkrebs, auch Feuerbrand ist nicht ausgeschlossen, letzteres falls Zweige mit entsprecheden Merkmalen vorhanden sind.
Der Befall des Totholzes mit Käfern und deren Larven ist nur sekundär und nicht die Ursache.
Zu retten ist dieser Baum nicht mehr. Du kannst nur sein Ableben hinaus zögern, indem Du lange Äste einkürzt und die Bruchgefahr zu verringern.
 

Tea

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Berlin-Brandenburg
Hallo,
die schwarzen Verfärbungen der Rinde lassen auf verschiedene Ursachen schließen, z. B. Diplodia Rindenbrand oder Obstbaumkrebs, auch Feuerbrand ist nicht ausgeschlossen,
An der Verzweigung würde ich mich für Baumkrebs entscheiden, da die Auswuchtungen sehr groß sind. Da der Baum wahrscheinlich schon mind. 20 Jahre alt ist, ist es nicht problematisch in dieser Situation fällen zu lassen.
 

trintignant

Sämling
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Hallo,

dank für beiden schnellen Antworten!

Der Garten befindet sich wie gesagt auf dem Grundstück eines Mehrparteien-Miethauses. Der Vermieter hat keinerlei Interesse an einem "biologisch funktionierenden Garten", sondern eher an einem pflegeleichten Garten. Leider ist aus diesem Grund dem Apfelbaum auch vor ein paar Jahren ein völlig verdichteter Parkplatz mit Betonumrandung bis auf einen halben Meter "an den Kragen gerückt". Das trug der gesunden Lebensweise des Baumes wohl nicht grade zu. Immerhin durfte er stehenbleiben, erzeugt aber jedes Jahr "Apfelmüll"... Wahrscheinlich läge es im Interesse des Vermieters, den Baum eher früher als später zu entsorgen.

Ich bin leider der einzige Mieter im Haus, der sich für den Baum interessiert und sich, soweit es meine Fähigkeiten ermöglichen, kümmert. Ich bin ein Vielapfelesser und halte ie auf dem Baum wachsende Apfelsorte für unbedingt erhaltenswert. Schon länger habe ich darüber nachgedacht, Edelreiser von diesem Baum auf einen Grundbaum zu verpfropfen. Dieses Jahr habe ich wohl die letzte Chance dazu und muss diese auch jetzt sofort schneiden und einlagern.

Dank für deinen Link Tea! Eine Art Borkenkäfer habe ich schon vermutet. Leider ist der Befall auch schon zum Teil am Stamm unter der Gabel (s. Foto), was eigentlich bedeuten würde, den gesamten Baum zu fällen. Trotzdem würde ich für dieses Jahr den Versuch wagen, ersteinmal, in Absprache mit dem Vermieter, die stark befallen Äste zu entfernen und zu entsorgen und hoffentlich mit den Lockfallen den weiteren Befall etwas bremsen zu können (auch wenn diese natürlich zusätzliche Schadtiere anlocken können).

Für Tips zu geeigneten "Grundbäumen" für die Edelreiser bin offen!
 

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trintignant

Sämling
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... okay, "Baumkrebs". D. h. Fällen unverzichtbar? Es gibt an einem der 4 Hauptäste eine weitere größere schwarz-rußige Stelle, die ich bis jetzt nicht einordnen konnte.

"Baumkrebs" war übrigens auch vor kurzem die Diagnose eines Baumsteigers und eines Försters zu dem Krankheitsbild von einer der über 200jährigen Kastanien auf dem Grundstück meiner Eltern. Diese trug kein Laub mehr von einem Jahr auf das andere und musste vorletztes Jahr gefällt werden... In dem Fall war die befallene Stelle direkt knapp über dem Boden am Übergang zum Erdreich. Dort war das Holz bereist partiell matschig zersetzt.
 

Stachelbär

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D. h. Fällen unverzichtbar?
wie ich schon geschrieben habe "Du kannst nur sein Ableben hinaus zögern"
Falls Interesse, kannst Du mich über PN anschreiben, dazu müsstest Du noch Fotos von der Krone einstellen, von min 2 Seiten, um eine Empfehlunhg geben zu können.

Edelreiser solltest Du sofort schneiden, guggst Du hier:
 

trintignant

Sämling
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Hallo, ich habe Neuigkeiten von unserem Apfelbaum:

ich hatte mich, auch aufgrund dieser Diskussion, entschlossen, die vom Borkenkäfer befallenen Bereiche aus dem Baum vollständig zu entfernen und dann in der Folge auch gleich einen Verjüngungsschnitt durchzuführen.
Das Ergebnis war, zumindest für dieses Jahr, eine reichhaltige Blüte in den verbliebenen Bereichen und dementsprechend auch jede Menge Obst im Anschluss.

Leider hat sich im Laufe der Zeit der bakterielle Befall (Obstbaumkrebs, Rindenbrand, Feuerbrand,...) im Baum weiter fortgesetzt, am Stamm selbst löst sich ausserdem teilweise grossflächig die Rinde.

Positiv ist, dass sich aufgrund des Verjüngungsschnitts jede Menge neue Triebe gebildet haben, die man wohl gut für Edelreiser verwenden kann. Darüberhinaus sind im Laufe dieses Jahres 2 junge Apfelbäume direkt (10-20 cm) neben dem alten Baum ausgetrieben. Der grössere ca. 50 cm hoch, der kleinere knapp halb so hoch.

2 grundsätzliche Fragen dazu:

Kann ich die jungen Bäumchen entnehmen, um aus ihnen neue Apfelbäume zu ziehen? - Es wird ein anderer Apfel sein, das ist klar.
Wenn ja, wie geht man am besten vor (wie tief gehen die Wurzeln bereits)? Oder sollten sie besser draussen neben dem alten Baum überwintern und man entnimmt sie im nächsten Jahr. - Optimal ist der Standort so nah am alten Baum wohl nicht...

Ist das Risiko hoch, dass man sich mit Edelreisern oder den 2 kleinen Bäumchen den Pilz oder die Bakterien vom alten Baum "mitnimmt"?

Dank + Gruss im voraus!
 
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