Schneeglöckchen

Sämling
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Aug 13, 2019
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Hallo liebes Forum,
ich bin neu hier, weil ich mir Rat wegen meiner Kirschlorbeerhecke erhoffe. Ich habe sie im November 2017, also vor gut 1,5 Jahren gepflanzt. Damals waren sie ca. 170 cm hoch, aber es waren sehr schmale Pflanzen. Im ersten Winter (Bayern) sind erwartungsgemäß einige Triebe erfroren und im Sommer 2018 gab es zahlreiche gelbe Blätter und kaum Austrieb. Dachte fürs erste Standjahr ist das normal.

Im zweiten Winter (war sehr schneereich und nicht so kalt), gab es keine erfrorenen Triebe. Im Frühjahr haben alle Pflanzen wie verrückt geblüht. Dann kam ein recht vernünftiger Neuaustrieb und ich dachte schon, die Pflanzen haben es endlich geschafft. Mitte/Ende Juni, als die Beeren reiften, ging es dann wieder los und der Herbergii bekam unendlich viele gelbe Blätter. Auch kleine Neuaustriebe fallen tlw inkl. Stängel ab. Auf den Fotos sieht man nicht viele gelbe Blätter, weil ich die immer regelmäßig abzupfe. Man sieht aber die unendlich vielen Beeren und dass die Pflanzen insbesondere oben und unten sehr licht geworden sind.

Habe Ende März mit Koniferen-NPK-Langzeitdünger gedüngt und immer gut gewässert, sobald die obere Erdschicht trocken war. Staunässe schließe ich aus, da unter dem Pflanzgraben (ca. 50 cm Erde), nur Kies ist und auch bei Starkregen kein Wasser stehen bleibt. Geschnitten habe ich noch nie, weil die Pflanzen von selbst immer weniger werden :22x22-08:

Meine Fragen: Was kann ich tun? Jetzt und nächstes Frühjahr? Ich bin echt ratlos.
Freue mich auf Tipps und sage jetzt schon vielen Dank dafür!
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Det55

Sämling
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Aug 13, 2019
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Hallo,

ich würde es mit einem kräftigen Rückschritt - mindestens 50 cm - versuchen. Kirschlorbeer verträgt das gut und treibt um so mehr. Gelbe Blätter bekommt meiner auch - ist nicht Besorgnis erregend. LG
 

Maxi

Gartenguru
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Aug 4, 2019
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Ich finde, der schaut eh gut aus....
Gelbe Blätter hat meiner auch hin und wieder, aber da mache ich mir keine großen Gedanken drüber, die fallen ab und wenns nicht mehr werden - alles gut.
Bei dem Stock am 1.Bild der unten kahl aussieht, würde i c h jedes Jahr beim Rückschnitt einen Ast ganz unten, ungefähr 20cm über dem Boden rausnehmen, so bekommst du mit der Zeit diesen einen Stock von unten her dichter...und du hast keine Lücke in der Hecke als wenn du auf einmal alles runterschneidest.
 

LilliaBella

Gartenguru
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Apr 5, 2019
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##Habe Ende März mit Koniferen-NPK-Langzeitdünger gedüngt ##

Warum denn mit Koniferen Dünger gedüngt, das sind doch keine Koniferen.


Zurückschneiden würde ich sie auch kräftig, Handschuhe an nicht vergessen. Da alles am Kirschlorber hochgiftig ist.
 

Schneeglöckchen

Sämling
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Aug 13, 2019
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Hallo und danke für eure schnellen Antworten! Auf dem Dünger steht Koniferen und andere Immergrüne wie zum Beispiel Kirschlorbeer. Mit was würdest du düngen? Das mit dem starken Rückschnitt habe ich schon befürchtet, dass ich dazu geraten bekomme. Hatte sie extra recht hoch gekauft, um einen schnellen Sichtschutz zur Straße zu haben. Aber da muss ich mich wohl dann doch noch ein paar Jahre in Geduld üben. Das mit dem einzelnen Ast rausnehmen unten ist eine gute Idee! Wann würdet ihr denn zurück schneiden? Dieses Jahr noch oder erst im nächsten Frühjahr vor dem Austrieb? Ich habe gehofft dann ein paar Blüten mit weg schneiden zu können, ich habe das Gefühl das raubt der Pflanze Kraft. Über ein paar gelbe Blätter hätte ich mir übrigens auch keine Sorgen gemacht, aber teilweise ist wirklich die halbe Pflanze gelb geworden und abgefallen. Und das in einer Zeit von wenigen Wochen. An anderer Stelle habe ich portugiesischen Kirschlorbeer, dem geht es prächtig, kein gelbes Blatt und ich musste schon zweimal schneiden dieses Jahr. Aber ich hoffe beim Herbergii wird das nächstes besser, so ist das leider nicht der gewünschte Sichtschutz :22x22-emoji-u1f61e:
 

Schneeglöckchen

Sämling
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Aug 13, 2019
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Habe in anderen Beiträgen widersprüchliches gelesen: Schnitt Ende Februar (also vor der Blüte) bringt den meisten Austrieb bzw. Schnitt erst nach der Blüte machen. Stachelbär sagt dass die Pflanzen mit möglichst vielen Blättern in den Winter gehen sollten. Dieses Jahr sollte ich daher wohl nix mehr unternehmen außer auf genug Wasser achten. Vielleicht meldet sich ja noch jemand zum optimalen Schnittzeitpunkt. Dass ich das auf jeden Fall machen muss habe ich nun gelernt und akzeptiert :22x22-emoji-u1f62d:
 
A

Andreas

Gast
Hallo liebes Forum,
ich bin neu hier, weil ich mir Rat wegen meiner Kirschlorbeerhecke erhoffe. Ich habe sie im November 2017, also vor gut 1,5 Jahren gepflanzt. Damals waren sie ca. 170 cm hoch, aber es waren sehr schmale Pflanzen. Im ersten Winter (Bayern) sind erwartungsgemäß einige Triebe erfroren und im Sommer 2018 gab es zahlreiche gelbe Blätter und kaum Austrieb. Dachte fürs erste Standjahr ist das normal.

Im zweiten Winter (war sehr schneereich und nicht so kalt), gab es keine erfrorenen Triebe. Im Frühjahr haben alle Pflanzen wie verrückt geblüht. Dann kam ein recht vernünftiger Neuaustrieb und ich dachte schon, die Pflanzen haben es endlich geschafft. Mitte/Ende Juni, als die Beeren reiften, ging es dann wieder los und der Herbergii bekam unendlich viele gelbe Blätter. Auch kleine Neuaustriebe fallen tlw inkl. Stängel ab. Auf den Fotos sieht man nicht viele gelbe Blätter, weil ich die immer regelmäßig abzupfe. Man sieht aber die unendlich vielen Beeren und dass die Pflanzen insbesondere oben und unten sehr licht geworden sind.

Habe Ende März mit Koniferen-NPK-Langzeitdünger gedüngt und immer gut gewässert, sobald die obere Erdschicht trocken war. Staunässe schließe ich aus, da unter dem Pflanzgraben (ca. 50 cm Erde), nur Kies ist und auch bei Starkregen kein Wasser stehen bleibt. Geschnitten habe ich noch nie, weil die Pflanzen von selbst immer weniger werden :22x22-08:

Meine Fragen: Was kann ich tun? Jetzt und nächstes Frühjahr? Ich bin echt ratlos.
Freue mich auf Tipps und sage jetzt schon vielen Dank dafür!Anhang anzeigen 2487Anhang anzeigen 2488Anhang anzeigen 2489
Was solls , irgendwas gefällt der Pflanze dort nicht .
Habe ich in unserer Gartenanlage auch erlebt .
Steige auf eine andere Pflanze um .
 

Schneeglöckchen

Sämling
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Aug 13, 2019
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Hallo Andreas,
das ist dann wirklich nur eine Notlösung und zudem eine Kostenfrage. Es sind ca. 15 Meter Hecke (habe nicht alles fotografiert). Und woher weiß ich welche anderen Heckenpflanzen den Standort gut finden? Werde es erst mal mit kräftigem Rückschnitt probieren und wäre froh, wenn mir da jemand einen Tipp zum richtigen Zeitpunkt gibt. Ich will auf jeden Fall versuchen die Pflanzen zu "retten" :22x22-07:
 

LilliaBella

Gartenguru
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Apr 5, 2019
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Schneeglöckchen,
hast du einen der Sorten gekauft die gut Schnee und Kälte weg stecken ? Das scheinen nicht alle zu können.
Die Lorbeerkirsche ist ursprünglich aus Kleinasien .
Nördlich der Alpen wurde sie wegen ihrer Frost gefährdeten immergrünen Blätter lange Zeit wenig gepflanzt. Erst mit der Erwärmung setzt die sich immer mehr durch.

Lorbeerkirsche bevorzugt neutrale oder leicht alkalische Böden, die zudem humos, durchlässig und etwas kalkhaltig sein sollten.

Baumschulen die ihn verkaufen, raten immer zum Schnitt im Februar.

Denk nur daran, beim abzupfen der Blätter unbedingt Handschuhe zu tragen. Die Lorbeerkirsche ( Kirschlorbeer ) ist extrem giftig in allen Teile, war 2013 sogar Giftpflanze des Jahres.
Darauf weise ich immer wieder hin. Weil es oft zu Vergiftungen , besonderes bei Kindern, kommt. Unsere Giftnotrufzentrale kann davon ein Lied singen.
 

Schneeglöckchen

Sämling
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Aug 13, 2019
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Hallo LilliaBella,

Danke für deine Nachricht! Dann schneide ich im Februar :22x22-00: Herbergii gilt als frosthärteste Sorte und gedeiht in den umliegenden Gärten prima. Dass er sooo giftig ist wusste ich nicht, habe tatsächlich meist ohne Handschuhe gezupft. Das werde ich jetzt dank deinem Rat ändern.

Wenn der nächstes Jahr nach einem starken Rückschnitt immer noch so Probleme macht, werde ich mal eine Bodenprobe analysieren lassen. Die Erde kam vom Gärtner, keine Ahnung wie da PH Wert und Kalkgehalt sind. Bodenleben ist aktiv, finde viele Regenwürmer.

Liebe Grüße
Schneeglöckchen
 

Stachelbär

Gartenguru
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Standort
Im Gadde mit Ebbelwoi & Flaschebier
Habe in anderen Beiträgen widersprüchliches gelesen: Schnitt Ende Februar (also vor der Blüte) bringt den meisten Austrieb bzw. Schnitt erst nach der Blüte machen. Stachelbär sagt dass die Pflanzen mit möglichst vielen Blättern in den Winter gehen sollten. Dieses Jahr sollte ich daher wohl nix mehr unternehmen außer auf genug Wasser achten. Vielleicht meldet sich ja noch jemand zum optimalen Schnittzeitpunkt. Dass ich das auf jeden Fall machen muss habe ich nun gelernt und akzeptiert :22x22-emoji-u1f62d:
Hi Schneeglöckchen
und willkommen im Forum.
Das erscheint nur widersprüchlich:
  • Tatsache ist, je mehr Blätter und Triebe im Herbst & Winter verbleiben, um so mehr werden Zucker und Nährstoffe im Wurzelstock und unterem Starkastbereich eingelagert.
  • Das geschieht, weil der Längenwachstum, als auch der Blattaustrieb eingestellt wird und derzeit nicht benötigte Nährstoffe usw. für den Neuaustrieb im Frühjahr eingelagert werden.
  • Darüber hinaus wird mit Hilfe des Chlorophylls, in den wintergrünen Blättern, weiterhin (wenn auch reduziert) Glukose produziert und zum Teil im Wurzelstock eingelagert. Der Rest wird gebraucht, um auch noch bei leichtem Frost einen Wassertransport innerhalb der Pflanze zu ermöglichen - ein natürliches Frostschutzmittel - Ist die Erde tief durchgefroren und den Saugwurzeln steht kein flüssiges Wasser mehr zur Verfügung, dann nutzt der innerpflanzliche Frostschutz auch nix - der Kirschlorbeer vertrocknet, falls die Wurzel nicht mit warmen Wasser aufgetaut und gegossen wird...
  • Schneide ich dann vor dem Austrieb, ca. Ende Februar > Mitte März die Pflanze zurück, dann stehen im Verhältnis zu vorher (ungeschnitten), wesentlich mehr eingelagerte und nun aktivierte Nähr- und Reservestoffe, der restlichen Ast- und Zweigmasse zur Verfügung.
  • Das führt zu einem erhöhten Saftdruck an allen "schlafenden Knospen", wobei immer, die an der äußeren Busch- oder Kronen-Peripherie und am höchsten liegenden Knospen bevorzugt werden.
  • Dieser erhöhte Saftdruck bewirkt, dass erheblich mehr "schlafende Knospen" aktiviert und zum Austreiben angeregt werden, als ohne Rückschnitt nach dem Winter.
Ist mir wichtig, dass meine Kirschlorbeer-Hecke schnell dicht verzweigt, so verfahre ich wie grad beschrieben, muss dann aber auf Blüten verzichten.

Bei mehr Geduld kann allerdings die Schnittart jährlich gewechselt werden:
Bedeutet 1x Rückschnitt Ende Februar > Mitte März und damit kaum Blüten.
Im Folgejahr die Blüte abwarten und erst direkt danach den Rückschnitt durchführen.
Im 3. Jahr kann ich wieder, wie beim ersten Mal, vor der Blüte schneiden usw.

Ist meine Kirschlorbeer-Hecke schon so dicht und hoch, wie gewünscht, so schneide ich nur nach der Blüte.
Wächst sie aber zu stark, so muss ich im selben Jahr ein 2. Mal schneiden.
Und zwar Ende August > September - bevor Reservestoffe fürs nächste Frühjahr in der Wurzel eingelagert werden.

Egal welche Schnittvariante... In jedem Fall keine Früchte stehen lassen !
Vögel verteilen die unverdauten Samen und tragen somit zur schon bedrohlich gewordenen Ausbreitung des invasiven Kirschlorbeers bei.
Und ein Vorteil - Keine blau-schwarze Flecken auf Gehweg, Terrassenplatten oder Kleidung...

Dass in oder nach der Blüte ältere Blätter gelb werden und abfallen ist beim Kirschlorbeer üblich. Stark wechselnde Feuchtigkeit im Boden/Pflanzsubstrat und heiße Sommer können diesen Blattfall früher auslösen sowie erheblich verlängern.

Schneeglöckchen bei Deiner Hecke würde ich einmal stark zurückschneiden, anstatt wiederholt halbherzig mit geringerem Erfolg. Die niedrigsten Exemplare würde ich um ca. 15 cm einkürzen und alle anderen an diese neue Höhe anpassen (runterschneiden)
 
Zuletzt bearbeitet:

Schneeglöckchen

Sämling
Seit
Aug 13, 2019
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Hallo Stachelbär,
vielen lieben Dank für deine ausführliche Antwort. So kann man das bestens nachvollziehen! Ich werde dann definitiv im zeitigen Frühjahr einen beherzten Schnitt vornehmen. Aktuell schiebt die Hecke wieder Blüten ohne Ende und hängt gleichzeitig voller reifer Beeren (eine riesen Sauerei :22x22-emoji-u1f648:) Demzufolge sind die gelben Blätter auch wieder sehr zahlreich derzeit. Na ich hoffe nächstes Jahr wird alles besser. :22x22-07:
Liebe Grüße
Schneeglöckchen
 
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