Ohrwürmer vs. Ameisen

Pikaia

Solitärpflanze
Seit
Jun 21, 2022
Beiträge
46
Hallo Community,
also man ließt viel davon, dass Ohrwürmer Blattläuse fressen. Man ließt aber auch - und da muss man schon suchen - dass Ameisen Ohrwürmer fressen.
Also, ich habe fast noch nie erlebt, dass es irgendwo Blattläuse gibt, ohne einen professionellen Wachschutz durch Ameisen. Die Frage ist, wenn ich nun Ohrwürmer (davon habe ich genug) in meinen Apfelbaum hänge, wer frisst dann wen? Ich will die kleinen Würmchen ja zum Buffet und nicht zur Schlachtbank bringen.
Sucht man aber nach diesem Thema im Netz, findet man leider nichts bis gar nichts.
Wer kann dazu was sagen?
 

Jasmin Duft

Profigärtner
Seit
Apr 22, 2021
Beiträge
634
Standort
Nordheide
Meine Idee wäre: Leimring um den Stamm des Apfelbaumes, dann kommen die Ameisen da nicht mehr hoch. Normal erledigt sich das Thema Läuse dann von alleine, du kannst dann aber natürlich auch deine Ohrwürmer in den Baum hängen.
Lg, Jasmin
 
F

Fiducia

Gast
Das Problem mit den Leimringen ist aber, dass sich dort auch andere Tierchen verfangen. Das ist teilweise schon echt übel.
 

Pikaia

Solitärpflanze
Seit
Jun 21, 2022
Beiträge
46
Um da nochmal einzuhaken: Also Leimring hätte ich wohl ohnehin eher nicht gemacht. Fallen sind das Letzte aller Mittel. Normalerweise hätte ich wahrscheinlich einfach drauf gewartet, dass die Natur das regelt. Meine Buchsbaumzünsler haben die Meisen gefressen. Meine Schnecken, der Igel und gegen Blattläuse haben wir eigentlich ausreichend Marienkäfer. Nur im speziellen Fall ist das Bäumchen einem sich schubbernden Pferd beinahe zum Opfer gefallen. Es ist ein kleines Wunder, dass der Edelpfropf wieder ausgeschlagen hat und dieses Jahr sogar wieder trägt. Nun ist das Bäumchen eigentlich ein Busch, aber trotzdem so etwas wie ein tapferes kleines Sorgenkind, dem besondere Pflege zuteil wird. Ich werde es wohl erst Mal mit Knoblauchsud probieren und wenn das nicht hilft... schaun wir mal. Zur Not Niembaumöl. Die Nummer mit den Ohrenkneifern wäre eine elegante Lösung gewesen, der bisweilen etwas trägen Natur auf die Sprünge zu helfen.

Deshalb wäre es einfach eine prinzipielle Frage, weil es in meinem Kopf nicht zusammengeht:

Einerseits heißt es, Ohrenkneifer fressen Blattläuse, andererseits, Ameisen fressen Ohrenkneifer. Aber Blattläuse ohne Ameisen gibt es in einem intakten Ökosystem eigentlich nicht.
Dass die ortsansässigen Bauern bei meinen Überlegungen nur Fragezeichen im Gesicht haben, wundert mich schon lange nicht mehr. Aber wenigstens von entomologischer Seite müsste ja mal jemand solche Zusammenhänge untersucht haben.
 
Zuletzt bearbeitet:
F

Fiducia

Gast
Das weiß ich leider nicht. Fressen die tatsächlich gesunde kräftige Ohrwürmer ? Wie du es nun erklärt hast mit dem Sorgenkind Baum, verstehe ich das schon. Ansonsten hätte ich halt auch gesagt, die Natur regelt das. Blattläuse sind Nahrung für so viele Tiere. Marienkäfer, Florfliegen, Schwebfliegen.
Meinst du, die Läuse schaden dem Bäumchen ernsthaft ? Ansonsten würde sich das mit der zeit wohl von selbst erledigen.
Wir sind hier im Forum ja auch keine Experten, was die Entomologie angeht.
Was helfen kann ist mit dem Gartenschlauch mit scharfen Wasserstrahl die Läuse abspülen. Ob das bei dem Bäumchen nun praktisch möglich ist, weiß ich nun ja nicht.
 

Pikaia

Solitärpflanze
Seit
Jun 21, 2022
Beiträge
46
Tja... der Schlauch würde wohl hin reichen. Ich weiß nur nicht, ob die Triebe das mitmachen. Versuchsweise habe ich mal einen mit den Fingern abgestrichen. Wenn der Trieb noch gut aussieht, entferne ich die Blattläuse schlicht mechanisch. Mit den Fingern, mit dem Schlauch mal gucken.
Die Sache ist, die Ameisen sind quasi gerade dabei, ihre Blattlausweide anzulegen. Scheint fast ein bisschen wie Rache. Vor 5 Tagen hatten wir Mahd, da war noch nichts. Solange die Wiese stand, gab es genug für alle. Nun ist die Wiese kurz und die findigen Ameisen sind von Extensiv- auf Intensivwirtschaft umgestiegen. Deshalb fürchte ich fast, dass sie weggespülte Blattläuse umgehend ersetzen.

Ob die Ameisen dem Baum wirklich schaden? Weiß nicht. Problem: Bei uns wirkt sich der Klimawandel ein bisschen anders aus. Ich bin in den Alpen. Die Luftfeuchtigkeit geht kaum unter 60% und das bei 30°. Dieses Jahr haben sehr viele Pflanzen zusätzlich Pilzbefall. Ich fürchte, irgendwann wird es dem Kleinen zu viel.
Denn, siehe Bilder, er will obendrein noch produktiv sein.

(Betr.: Wir sind hier im Forum ja auch keine Experten, was die Entomologie angeht.) Sorry, wenn das schräg rüberkam. Das war eher auf meine Internetrecherche bezogen. Ich wundere mich immer, wenn ich Fragen stelle, die das Internet nicht beantworten kann.
 

Anhänge

  • 20220621_173519.jpg
    20220621_173519.jpg
    983,1 KB · Aufrufe: 177
  • 20220621_173550.jpg
    20220621_173550.jpg
    510 KB · Aufrufe: 161
  • 20220621_173435.jpg
    20220621_173435.jpg
    1,3 MB · Aufrufe: 174

sanftgrün

Moderator
Seit
Apr 27, 2020
Beiträge
2.470
Ich habe heuer echt extem viele Blattläuse - vor allem an den Bäumen. Die Blätter haben sich schon richtig gekräuselt. Da unsere Bäume ja noch klein sind, haben wir sie ein paar Tage lang abgewaschen - wie von Fiducia auch beschrieben.

Bald waren weniger Blattläuse und es kamen weitere schöne Blätter. Ich denke, die Bäume helfen sich auch irgendwie selbst.

Generell muss ich sagen, dass ich mit einfach mittels Wasser abwaschen von Läusen allgemein die besten Erfahrungen gemacht habe. Je nachdem, wie gut es geht mit harten oder nicht ganz so hartem Wasserstrahl
 

Pikaia

Solitärpflanze
Seit
Jun 21, 2022
Beiträge
46
Ok, gebongt. Die Bauern werden zwar wieder Fragezeichen im Gesicht haben, wenn der verrückte Studierte im Dauerregen (die nächsten 5 Tage soll es bei uns durchregnen) mit dem Gartenschlauch auf der Wiese steht. Aber ich probiers.
 

Folge uns auf Social Media

Oben